Du musst nicht bereit sein

Im Moment passiert nicht viel.
Und gleichzeitig passiert alles.
Ich sitze an meinem ersten Kurs.
Baue die Website um.
Richte alles neu aus.
Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, wirklich zu wissen, wie ich auftreten will.
Nicht mehr dieses klassische Berater-Ding.
Sondern klar. Direkt. Als Captain.
Eigentlich müsste sich das gut anfühlen.
Tut es aber nicht.
Es fühlt sich… komisch an.
Timon ist gerade nicht bei mir.
Mein Malinois.
Er ist bei meiner Ex-Freundin.
Und das ist auch richtig so.
Sie ist alleine.
Und er ist für sie mehr als nur ein Hund.
Aber trotzdem fehlt er.
Diese kleinen Routinen.
Rausgehen. Bewegung. Klarer Kopf.
Jetzt ist es stiller.
Und genau in solchen Phasen passiert etwas Interessantes.
Die meisten würden jetzt warten.
Warten, bis sich alles wieder „richtig“ anfühlt.
Warten auf Klarheit.
Auf Motivation.
Auf diesen einen Moment, in dem alles passt.
Aber dieser Moment kommt nicht.
Zumindest nicht so, wie man ihn sich vorstellt.
Ich merke das gerade selbst.
Es ist nichts perfekt.
Nicht die Situation.
Nicht das Gefühl.
Nicht der Zeitpunkt.
Und trotzdem mache ich weiter.
Nicht, weil ich besonders motiviert bin.
Sondern weil ich verstanden habe, dass es genau darum nicht geht.

Klarheit entsteht nicht vorher.
Sie entsteht unterwegs.
Während du arbeitest.
Während du Entscheidungen triffst.
Während du weitermachst, obwohl es sich nicht ganz rund anfühlt.
Die meisten denken, sie müssten erst bereit sein.
Aber in Wahrheit wirst du erst bereit, wenn du gehst.
Vielleicht ist gerade nicht der perfekte Moment.
Vielleicht fehlt gerade etwas.
Vielleicht fühlt sich vieles nicht stabil an.
Aber genau dann zählt es.
Du musst nicht bereit sein.
Du musst losgehen.
Und der Rest ergibt sich.