150 Tage, drei Anläufe und ein fertiger Videokurs

Hauptmannl Consulting Online Kurs
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Es gibt Momente, da sitzt man einfach da und denkt sich:
Okay. Das war jetzt wirklich ein krasses Stück Arbeit.

Heute ist genau so ein Moment.

Ich bin mit allen Videos für meinen ersten Gründerkurs fertig. Nicht halb fertig. Nicht „ich müsste irgendwann noch ein paar Kleinigkeiten aufnehmen“. Sondern wirklich fertig. Alles ist im Kasten.

Jetzt muss ich „nur noch“ schneiden.

Und ja, natürlich ist Schneiden auch noch Arbeit. Aber für mich fühlt sich das jetzt fast schon entspannt an. Da kann ich mich hinsetzen, meine Ruhe haben, die Clips sortieren, Übergänge setzen, Versprecher rausschneiden und das Ganze Stück für Stück in Form bringen.

Der schwierigste Teil war das Drehen. Kamera an. Licht an. Mikro an. Konzentration. Reden. Nochmal reden. Noch ein Take. Nochmal von vorne. Und dabei versuchen, nicht nur Informationen runterzurattern, sondern wirklich etwas rüberzubringen.

Das ist jetzt geschafft.

Und das fühlt sich verdammt gut an.

Es war nicht der erste Versuch

Was man am Ende wahrscheinlich nicht sieht: Dieser Kurs ist nicht beim ersten Anlauf entstanden.

Eigentlich war es der Dritte. Ja, der Dritte!!!

Beim ersten Versuch habe ich noch mit einer Webcam aufgenommen. Der PC stand bei mir im Giebelzimmer, im Hintergrund sah man die Dachschräge, und ich habe mir am Anfang noch gedacht: „Na ja, passt schon. Hauptsache, der Inhalt stimmt.“

Dann habe ich mir das Material angeschaut.

Und sagen wir es mal freundlich: Es hat mir gar nicht gefallen.

Der Inhalt war da. Aber die Wirkung nicht. Es sah nicht nach dem aus, was ich eigentlich vermitteln wollte. Es hatte nicht die Qualität, die ich mir selbst vorgestellt hatte.

Also habe ich alles nochmal gemacht.

Beim zweiten Versuch wurde es besser. Ich hatte ein besseres Mikrofon, einen anderen Raum, ein bisschen Deko, einen etwas schöneren Hintergrund. Ich hatte mir Mühe gegeben.

Aber auch da kam irgendwann dieser Moment, in dem man ehrlich mit sich selbst sein muss.

Es war besser. Aber es war immer noch nicht gut genug.

Nicht schlecht. Nicht peinlich. Aber eben auch nicht das, was ich mit gutem Gefühl veröffentlichen wollte.

Und genau diese Ehrlichkeit ist manchmal unbequem.

Denn sie bedeutet: Du bist noch nicht fertig. Du musst nochmal ran.

Irgendwann muss man investieren

Also habe ich irgendwann entschieden: Wenn ich das richtig machen will, dann muss ich auch bereit sein, ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen.

Ich habe mir eine Sony ZV-E10 II gekauft. Ein Rode-Mikrofon. Einen schwarzen Bühnenhintergrund. Zwei Lampen. Ich habe meinen Sessel hergerichtet, einen kleinen Beistelltisch aufgebaut und den Hintergrund bewusst gestaltet.

Da stehen jetzt Bücher von Robert Kiyosaki und Napoleon Hill. Eine Tasse von Hauptmannl Consulting. Eine goldene winkende Katze. Mein Kapitäns Hut und ein Kreuz.

Gerade das Kreuz ist für mich nicht einfach Dekoration. Es erinnert mich an Integrität. An christliche Werte. An Verantwortung. An Werte, die für mich auch im Unternehmertum wichtig sind.

Denn am Ende geht es bei Gründung nicht nur darum, irgendwie Geld zu verdienen. Es geht auch darum, wie man handelt. Wie man mit Kunden umgeht. Ob man hält, was man verspricht. Ob man sauber arbeitet. Ob man ehrlich bleibt.

Vielleicht sieht das nicht jeder sofort im Video. Aber für mich war es wichtig, dass dieser Raum etwas von mir zeigt.

Nicht perfekt. Aber echt.

150 Tage klingt lang

Vom ersten Anlauf bis zum fertigen Videomaterial sind ungefähr fünf Monate vergangen.

Rund 150 Tage.

Wenn ich das so schreibe, muss ich selbst ein bisschen schmunzeln. Denn ich predige Gründern oft genau das Gegenteil von endlosem Feilen: Komm ins Handeln. Bleib nicht ewig in der Theorie hängen. Warte nicht auf Perfektion.

Ich spreche gerne vom Pareto-Prinzip: 20 Prozent der Arbeit sorgen für 80 Prozent des Ergebnisses.

Und trotzdem habe ich bei diesem Kurs immer wieder nachgebessert.

Ist das ein Widerspruch?

Vielleicht auf den ersten Blick.

Aber für mich gibt es einen Unterschied zwischen blindem Perfektionismus und echtem Qualitätsanspruch.

Blinder Perfektionismus hält dich davon ab, überhaupt fertig zu werden. Du versteckst dich hinter Details, weil du Angst hast, dass du nicht gut genug bist.

Qualitätsanspruch bedeutet: Ich weiß, wofür ich das mache. Ich weiß, wer das später nutzt. Und ich möchte, dass diese Menschen wirklich etwas davon haben.

Dieser Kurs soll Gründer nicht nur ein bisschen unterhalten. Er soll ihnen helfen, eine Idee zu sortieren, ein Geschäftsmodell zu verstehen, ein Angebot zu bauen und die ersten Kunden zu gewinnen.

Das ist kein kleines Versprechen.

Also wollte ich all meine Kraft, meine Hingabe und mein Können einfließen lassen.

Was im Kurs steckt

Der Kurs beginnt mit dem Business Model Canvas.

Für mich ist das ein starkes Werkzeug, weil es eine Geschäftsidee sichtbar macht. Viele Gründer tragen ihre Idee nur im Kopf herum. Dort klingt sie oft logisch. Aber sobald man sie auf eine Seite bringen muss, merkt man plötzlich, wo überall die Lücken sind.

Wer ist eigentlich der Kunde?
Welches Problem wird gelöst?
Warum sollte jemand dafür bezahlen?
Wie kommt das Angebot zum Kunden?
Womit verdient das Unternehmen wirklich Geld?

Genau solche Fragen werden im Kurs Schritt für Schritt bearbeitet.

Danach geht es darum, aus der Idee ein konkretes Angebot zu machen. Denn eine gute Idee verkauft sich nicht automatisch. Der Kunde kauft nicht deine Gedanken. Er kauft ein klares Angebot.

Er muss verstehen: Was bekomme ich? Was bringt mir das? Wie läuft das ab? Was kostet es? Warum sollte ich jetzt handeln?

Und dann kommt ein Teil, der mir besonders wichtig ist: die ersten Kunden.

Denn gerade am Anfang glauben viele, sie müssten sofort perfekte Funnels bauen, Anzeigen schalten, große Social-Media-Strategien entwickeln oder irgendein kompliziertes Marketing-System aufsetzen.

Meiner Erfahrung nach ist das am Anfang oft gar nicht der entscheidende Punkt.

Die ersten Kunden kommen häufig durch direkte Gespräche. Durch Kontakte. Durch Empfehlungen. Durch mutiges Nachfragen. Durch echte Kommunikation. Vertrieb bedeutet verkaufen. Und genau darum geht es bei den ersten Kunden.

Die unbequemen Dinge gehören auch dazu

Ich habe außerdem ein kleines Hausaufgaben-Modul eingebaut.

Und ja, das klingt erstmal nicht besonders sexy.

Aber es ist wichtig.

Denn irgendwann muss man als Gründer auch die Dinge klären, die nicht so viel Spaß machen. Rechtliche Anforderungen. Genehmigungen. Qualifikationen. Steuerliche Anmeldung. Rechnungen. Versicherungen.

Das sind Themen, bei denen viele Gründer gerne wegschauen.

Das kann ich bestens nachvollziehen. Es ist nicht der Teil, wegen dem man morgens begeistert aus dem Bett springt.

Aber genau diese Punkte können später richtig teuer werden, wenn man sie ignoriert.

Deshalb gehört es für mich dazu. Es ist der rote Faden, dem der Gründer folgen muss: Was muss geprüft werden? Wo sollte ein Anwalt drüberschauen? Wann braucht man einen Steuerberater? Welche Rechtsform passt? Muss ich ein Gewerbe anmelden oder bin ich freiberuflich tätig? Wie schreibe ich eine ordentliche Rechnung? Welche Versicherungen sind wirklich relevant?

Gerade bei Versicherungen denken viele zuerst an Rechtsschutz. Dabei sind oft andere Dinge viel wichtiger: Betriebshaftpflicht, Berufshaftpflicht, Produkthaftpflicht, Krankenversicherung, möglicherweise Rentenversicherung.

Man muss nicht alles allein wissen. Aber man muss wissen, welche Fragen man stellen muss.

Und dann bleibt noch das Mindset

Zum Schluss geht es im Kurs auch um Mindset.

Und ich weiß: Dieses Wort wird heute oft inflationär benutzt.

Aber trotzdem ist es wichtig.

Denn Wissen allein bringt gar nichts, wenn man nicht handelt.

Du kannst das beste Geschäftsmodell auf Papier haben. Du kannst ein sauberes Angebot formulieren. Du kannst theoretisch wissen, wie Kundengewinnung funktioniert.

Aber wenn du nicht rausgehst, wenn du keine Gespräche führst, wenn du bei der ersten Ablehnung zusammenbrichst, dann bleibt alles Theorie.

Gründung braucht Entschlossenheit. Fokus. Resilienz. Und auch eine gewisse Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten.

Niemand garantiert dir, dass alles funktioniert. Aber genau deshalb brauchst du eine Haltung, die dich weitermachen lässt.

Nicht blind. Nicht naiv. Aber entschlossen.

Was ich selbst daraus mitnehme

Vielleicht ist das der interessanteste Punkt an der ganzen Sache:

Ich habe diesen Kurs für Gründer erstellt. Aber währenddessen wurde ich selbst wieder an viele Dinge erinnert, die ich Gründern ständig sage.

Fang an.
Verbessere unterwegs.
Sei ehrlich zu dir selbst.
Wenn etwas nicht gut genug ist, mach es besser.
Aber nutze Perfektionismus nicht als Ausrede, um nie fertig zu werden.

Dieser Kurs war für mich selbst ein kleines Gründungsprojekt.

Mit Fehlversuchen. Investitionen. Zweifeln. Entscheidungen. Nachtschichten. Optimierungen. Und am Ende diesem Moment, in dem man merkt: Jetzt steht da wirklich etwas.

Nicht nur eine Idee.
Ein Produkt.

Und genau darum geht es beim Gründen.

Wie es jetzt weitergeht

Die Videos sind fertig aufgenommen. Jetzt kommt der Schnitt.

Danach wird der Kurs in ein Learning Management System hochgeladen und verfügbar gemacht.

Wenn alles wie geplant läuft, ist der Kurs bald bereit für die ersten Gründer, die damit arbeiten wollen.

Für mich ist das gerade ein besonderer Moment.

Nicht, weil alles perfekt ist.

Sondern weil ich etwas durchgezogen habe, das größer war, als es am Anfang aussah.

Drei Anläufe.
150 Tage.
Viele kleine Verbesserungen.
Und am Ende ein fertiger Kurs.

Das fühlt sich gut an.

Und jetzt freue ich mich darauf, ihn endlich rauszubringen.